Datenschutz im 21. Jahrhundert

Digitale Datenverarbeitung als Grundlage der Informationsgesellschaft

Der Austausch und die Verarbeitung von Informationen in Form digitaler Daten sind für uns heute alltäglich und allgegenwärtig. Immer mehr Daten werden digital gespeichert, verarbeitet und kommuniziert, um neue Dienste und Technologien anbieten und nutzen zu können. Dabei handelt es sich oftmals auch um persönliche Informationen oder personenbezogene Daten. Bei fast jeder Tätigkeit – ob beim Surfen im Internet, beim Kauf eines Bahntickets am Automaten mit der Kreditkarte, ob bei der Nutzung einer Kundenrabattkarte an der Supermarktkasse oder beim Arztbesuch – überall hinterlassen wir im täglichen Leben unsere digitalen Datenspuren.

Die gespeicherten und verarbeiteten Daten werden dabei von den Unternehmen verstärkt miteinander verknüpft und vernetzt. Nicht aus Neugier, sondern um dem Nutzer neue Dienste und Anwendungen sowie maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können. Daten, die per se nicht personenbezogen sind, können somit im Rahmen der Profilbildung zu Daten werden, die sich mit einzelnen Personen verknüpfen lassen bzw. zu diesen gehören. Aufgrund des grenzüberschreitenden Charakters des Internets und vieler anderer neuer Technologien und Anwendungen, wie z.B. des Cloud Computing, findet Datenverarbeitung und -speicherung zudem vielfach nicht mehr lokal, sondern global und grenzüberschreitend statt.

Die informationsbasierte Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts lebt von dieser Verarbeitung und Verknüpfung von Daten. In Zukunft wird die digitale Datenverarbeitung in zunehmender Form eine, wenn nicht sogar die tragende Säule unserer Wirtschaft und Gesellschaft sein. Gleichzeitig herrscht jedoch weitgehender gesellschaftlicher Konsens, dass jeder Einzelne bzw. jeder Bürger ein Recht auf den Schutz seiner Privatsphäre hat. Dieses Grundrecht behält auch und insbesondere vor dem Hintergrund der „digitalen Revolution“ seine Bedeutung. Denn es bildet eine wichtige Grundlage für die persönliche Freiheit des Einzelnen in der demokratischen Informationsgesellschaft.

Vor diesem Hintergrund werden Datenschutz und Datensicherheit eine fortwährende und wichtige Bedeutung auch in der Informationsgesellschaft der Zukunft haben und behalten. Die Kernfrage hierbei ist jedoch: Wie und durch wen kann Datenschutz bzw. der Schutz der Privatsphäre der Nutzer im 21. Jahrhundert gestaltet und gelebt werden?

Die herkömmlichen Methoden der Politikgestaltung helfen nur teilweise, um den neuen Anforderungen einer globalen digitalen Datenverarbeitung ausreichend zu begegnen. Eine bloße Verschärfung der bestehenden Datenschutzgesetze alleine ist nicht der Weg, um die entsprechenden Regularien gemäß den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu modernisieren und den Schutz der Privatsphäre in der digitalen Welt zu gestalten. Je weiter die Digitalisierung der Welt voranschreitet, desto schwieriger wird es, ausschließlich mit herkömmlicher Gesetzgebung und Rechtsprechung digitale Phänomene regeln zu wollen. Nationale gesetzliche Regelungen zum Schutz der Nutzer stoßen vor dem Hintergrund einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt zudem an ihre Grenzen.

Neue Methoden und Ansätze der Politikgestaltung sind deshalb notwendig, um nachhaltige Lösungen zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für den Schutz der digitalen Privatsphäre im 21. Jahrhundert zu finden. Da es für den (nationalen) Gesetzgeber immer schwieriger wird, diese Aufgabe ausschließlich alleine zu bewältigen, sind auch die Unternehmen und die Nutzer gefordert. Ziel ist es daher, einen neuen Diskussionsprozess anzustoßen, um im gemeinsamen Dialog zwischen Politik, (datenverarbeitenden) Unternehmen und Nutzern nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen. Alle beteiligten Akteure müssen sich hier ihrer Verantwortung bewusst sein. Nur so wird es gelingen, Lösungen zu finden, die nachhaltig und zufriedenstellend sind.

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Wir sind gespannt auf Ihre Meinung und auf einen konstruktiven Dialog über Datenschutz im 21. Jahrhundert!
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[www.facebook.com | 02.02.2012 | 12:41]