Zehn Kernthesen

zum Thema „Datenschutz neu Denken“

Daten werden von den Unternehmen der digitalen Wirtschaft verstärkt miteinander verknüpft und vernetzt - nicht aus Neugier, sondern um dem Nutzer neue Dienste und Anwendungen sowie maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können.

Die Zurverfügungstellung von persönlichen Informationen für z.B. zielgruppenspezifische Werbeaktivitäten, um im Gegenzug kostenfreie Dienste wie Soziale Netzwerke oder Suchmaschinen nutzen zu können, ist bereits ein vielfach genutztes und von den Bürgern akzeptiertes Geschäftsmodell.

Nationale gesetzliche Regelungen zum Schutz der Nutzer stoßen vor dem Hintergrund einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt zunehmend an ihre Grenzen. Ein übergreifender Ansatz mindestens auf EU-Ebene ist unverzichtbar.

Wie stark und bis zu welchem Punkt die Privatsphäre als schützenswert einzustufen ist, wird in unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturkreisen sehr verschieden definiert und verstanden.
Bei weniger sensiblen Daten können ein Recht auf Widerspruch oder Mechanismen der Selbstverpflichtung ausreichend zur Gewährleistung des Rechts der Nutzer auf den Schutz ihrer Privatsphäre sein.

Selbstverpflichtungen und Mechanismen der Selbstregulierung auf Seiten der Unternehmen bieten die Chance, flexibler und schneller auf neue Entwicklungen zu reagieren.

Die Unternehmen sollten Datensicherheit als Qualitäts- und Glaubwürdigkeitsfaktor begreifen und somit als Wettbewerbsvorteil verstehen und nutzen.

Die erforderliche Medienkompetenz sowie das Bewusstsein und Verständnis für die neuen Gegebenheiten der Informationsgesellschaft sind vielfach nur unzureichend ausgeprägt.

Medienkompetenzförderung muss als integraler Bestandteil im gesamten Bildungs- und Weiterbildungssystem verankert werden.

Die Frage der Balance zwischen der Gewährleistung des Schutzes der Privatsphäre und der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wird zu einer der zentralen gesellschaftlichen und politischen Fragen in der Iformations- und Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Diskutieren Sie mit uns!

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung und auf einen konstruktiven Dialog über Datenschutz im 21. Jahrhundert!
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[www.facebook.com | 02.02.2012 | 12:41]